Abfallentsorgung im Saarland in der Finanzkrise

Grü­ne Blies­kas­tel for­dern abfall­po­li­ti­sche Kehrt­wen­de der Stadt

Die Abfall­ent­sor­gung des Saar­lan­des ist offen­sicht­lich in einer Finanz­kri­se. Beim EVS feh­len der­zeit 12 — 15 Mio. € pro Jahr. Den Bür­gern dro­hen des­halb dras­ti­sche Gebüh­ren­er­hö­hun­gen. Die teu­ren Über­ka­pa­zi­tä­ten bei der Müll­ver­bren­nung, die die­sen Kos­ten­druck ver­ur­sa­chen, sind Alt­las­ten aus der SPD-Ära Lafon­tai­ne. Eben­so die lang­fris­ti­gen kos­ten­träch­ti­gen Anlie­fe­rungs­ver­trä­ge an die pri­va­te Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge Neun­kir­chen (Kos­ten für die EVS — Gebüh­ren­zah­ler: 220 €/to, Markt­prei­se um 120 €/to, Lauf­zeit der Ver­trä­ge bis 2015), die die Bilanz belas­ten. Die CDU Lan­des­re­gie­rung steht bis­her rela­tiv unkri­tisch in die­ser Nach­fol­ge.

Die Grü­nen Blies­kas­tels mah­nen des­halb an, dass end­lich auch in Blies­kas­tel mit der Abfall­ver­mei­dung begon­nen wer­den soll. Schon seit lan­gem for­dern sie, end­lich den Wert­stoff­hof zu rea­li­sie­ren. Die Ein­füh­rung der Müll­ver­wie­gung als effi­zi­en­tes­te Maß­nah­me der Müll­ver­mei­dung steht eben­falls auf der To-do-Lis­te. Aus grü­ner Sicht ist es unver­ständ­lich, dass Wert­stoff­hö­fe und Ver­mei­dungs­kon­zep­te in Baden-Würt­tem­berg und Bay­ern seit vie­len Jah­ren Stan­dard sind, aber im Saar­pfalz­kreis bis­her nur der Wert­stoff­hof der Stadt St. Ing­bert exis­tiert. Ursa­che für die­se Mise­re ist nach ihrer Über­zeu­gung die schwer­fäl­li­ge Struk­tur des EVS mit der dar­aus resul­tie­ren­den unzu­rei­chen­den wirt­schaft­li­chen Kom­pe­tenz.

Die Blies­kas­te­ler Grü­nen sehen drin­gen­den Hand­lungs­be­darf, da die Blies­kas­te­ler wie alle Saar­län­der pro Kopf bun­des­weit mit den meis­ten Müll ver­ur­sa­chen und des­halb eine der höchs­ten Müll­ge­büh­ren zah­len müs­sen. Bei den Wert­stoff­hö­fen ist eben­falls der EVS gefor­dert: „Ein­rich­tung und der Betrieb von Wert­stoff­hö­fen darf nicht wei­ter wie der­zeit in St. Ing­bert zu Las­ten der kom­mu­na­len Haus­hal­te gehen. Wenn der EVS 120 € pro Ton­ne für impor­tier­ten Müll ver­dient, dür­fen Kom­mu­nen mit Wert­stoff­hö­fen nicht wei­ter mit 25 € pro Ton­ne gesam­mel­te Wert­stof­fe abge­speist wer­den.”

Ins­ge­samt for­dern die Grü­nen eine abfall­po­li­ti­sche Kehrt­wen­de, wie das die Kom­mu­nen St.Wendel und Lebach bereits jetzt außer­halb des EVS mit einer Hal­bie­rung ihrer Müll­men­gen durch Ver­wie­gung vor­ma­chen. Ziel der Abfall­po­litk muss es sein, die Müll­men­gen zu redu­zie­ren um dau­er­haft Kos­ten zu spa­ren Der rich­ti­ge Weg ist weg von der Ver­bren­nung hin zur Ver­mei­dung. Um den Bür­gern hohe Gebüh­ren zu erspa­ren, wol­len die Grü­nen die Mit­glied­schaft des EVS über­prü­fen.

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