Poli­tik ist kein Wunschkonzert

CDU und Grüne beschlie­ßen Zusam­men­ar­beit im Blies­kas­te­ler Stadtrat

Von Eupho­rie ist die geplan­te Zusam­men­ar­beit zwi­schen CDU und Grü­nen im Blies­kas­te­ler Stadt­rat nicht geprägt, eher vom Zwang der Not­wen­dig­keit. Inhalt­li­che Punk­te wer­den im August festgelegt.

Blies­kas­tel. CDU und die Grü­nen wol­len in der neuen Legis­la­tur­pe­ri­ode in Blies­kas­tel zusam­men­ar­bei­ten. Bei der kon­sti­tu­ie­ren­den Stadt­rats­sit­zung wur­den Georg Wil­helm (CDU) zum Ers­ten Bei­geord­ne­ten und Bri­git­te Ada­mek-Rin­der­le (Grüne) zur Bei­geord­ne­ten gewählt (wir berichteten).

Im Stadt­rat sit­zen 18 Mit­glie­der der CDU, zwölf von der SPD, drei Grüne, drei von der Par­tei Die Linke, zwei von den Frei­en Wäh­lern sowie ein Mann von der FDP.

CDU-Frak­ti­ons­chef Hol­ger Schmitt hatte die Zusam­men­ar­beit mit Grü­nen damit begrün­det, dass es „beacht­li­che inhalt­li­che Über­schnei­dun­gen“ gebe, die „zukunfts­wei­send“ seien.

Grü­nen-Chef Mar­tin Dau­ber sagte, Poli­tik sei „lei­der kein Wunsch­kon­zert“. Die Mit­glie­der der Grü­nen und wohl auch der CDU wür­den die Zusam­men­ar­beit „nicht mit gro­ßer Eupho­rie“ beglei­ten. Beide Part­ner wür­den sie nüch­tern nach ihren Ergeb­nis­sen bewer­ten. Damit die Bilanz posi­tiv aus­fal­le, „wer­den wir sach­lich und ver­läss­lich arbei­ten“, so Dau­ber. Das gemein­sa­me Ziel müsse es sein, Grä­ben zu über­win­den, „denn die Demo­kra­tie ver­dammt jeden, der ernst­haft gestal­ten will, zum Kompromiss“.

Die inhalt­li­chen Eck­punk­te die­ser Zusam­men­ar­beit wür­den in einer Klau­sur­ta­gung im August fest­ge­legt. Die grund­sätz­li­chen The­men seien in einem Vor­ge­spräch bereits son­diert wor­den. Soll­ten sich irgend­wann zu große Unter­schie­de erge­ben, könne die Zusam­men­ar­beit von jedem der Part­ner auf­ge­kün­digt werden.

Vor der Wahl der Bei­geord­ne­ten hatte die SPD bean­tragt, die Zahl der Bei­geord­ne­ten von bis­her zwei auf drei zu erhö­hen, was jedoch abge­schmet­tert wurde. SPD-Mann Achim Jesel hatte erklärt, dass die Sozi­al­de­mo­kra­ten in den Tagen vor der Rats­sit­zung einen Vor­schlag mit den Frak­tio­nen der Frei­en Wäh­ler, der Lin­ken und den Grü­nen erar­bei­tet hat­ten, die auf der Abbil­dung der Mehr­heits­ver­hält­nis­se des Rates in den Aus­schüs­sen und bei der Wahl von Bei­geord­ne­ten und Beauf­trag­ten basierten.

Die­sen Vor­schlag habe man in gro­ßer Runde mit allen Par­tei­en und der Bür­ger­meis­te­rin vor­ge­tra­gen. Den Ers­ten Bei­geord­ne­ten soll­te die CDU, den zwei­ten die SPD und den drit­ten die Grü­nen stel­len. FWG und Linke soll­ten je einen Beauf­trag­ten stel­len. Dar­über hin­aus soll­te die Bür­ger­meis­te­rin allen Gewähl­ten Auf­ga­ben­be­rei­che über­tra­gen. Nach dem gemein­sa­men Gespräch sei jedoch klar gewor­den, „dass diese gemein­sa­me Platt­form so nicht trägt“, bedau­er­te Jesel. Wäh­rend man sich bei den Aus­schuss­be­set­zun­gen noch auf eine gemein­sa­me Linie eini­gen konn­te, seien ande­re Fra­gen offen geblie­ben. Die CDU woll­te ledig­lich zwei Bei­geord­ne­te und keine Geschäfts­be­rei­che ver­ge­ben, wie es der Stadt­rat letzt­lich beschloss.

Im Rah­men der Rats­sit­zung wur­den schei­den­de Orts- und Stadt­rats­mit­glie­der von Bür­ger­meis­te­rin Anne­lie Faber-Wege­ner mit einem Prä­sent verabschiedet.

 

Auf einen Blick 

Stadt­rats­mit­glie­der:

CDU: Jörg Kohl, Lothar Welsch, Karl­heinz Kunk­ler, Rai­ner Weber, Ronné Len­hard, Bern­hard And­res, Hans-Jür­gen Traut­mann, Hol­ger Schmitt, Jür­gen Gaa, Alfred Som­mer, Ste­fan Stemm­ler, Die­ter Klöck­ner, Patrick Hüt­her, Georg Wil­helm, Ste­fan Kuntz, Georg Ames, Ste­fan Noll, Tho­mas Simon.

SPD: Achim Jesel, Yvonne Lam­pel, Ellen Kugel, Andre­as Motsch, Harald Pauly, Chris­ti­an Schwartz, Wal­ter Boß­let, Hel­mut Stopp, Guido Frei­din­ger, Tho­mas Hus­song, Hans Georg Bubel, Johan­nes Roos.

Grüne: Mar­tin Dau­ber, Bri­git­te Ada­mek-Rin­der­le, Lukas Paltz. Die Linke: Die­ter Geis, Frank Rie­din­ger, Peter Rebmann.

FWG: Stef­fen Stein, Karl Greff.

FDP: Wer­ner Weihrauch.

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