Kirchheimer Hof: CDU und Grüne kritisieren Angriff des Landrates auf Souveränität des Stadtrates

Im Landratsamt liegen wohl die Nerven blank

CDU und Grü­ne im Blies­kas­te­ler Stadt­rat haben die jüngs­ten Angrif­fe des Land­ra­tes auf den Stadt­rat zum The­ma “Kirch­hei­mer Hof” in aller Form zurück­ge­wie­sen: Die Art und Wei­se sei dem Amt nicht ange­mes­sen und zeu­ge von man­geln­dem Respekt gegen­über den gewähl­ten Volks­ver­tre­tern sowie einer gewis­sen “Dünn­häu­tig­keit”.

Offen­sicht­lich gehen dem Land­rat die Sach­ar­gu­men­te aus. Anders ist es nicht zu erklä­ren, dass die­ser in einer der­art unan­ge­mes­se­nen Art und Wei­se eine demo­kra­ti­sche Ent­schei­dung des Blies­kas­te­ler Stadt­ra­tes angreift. Eine sol­che Guts­her­ren­art leh­nen wir grund­sätz­lich ab. Die recht­li­che Situa­ti­on ist nach unse­rer Prü­fung sowie der Ana­ly­se des beauf­trag­ten Fach­an­walts der Stadt­ver­wal­tung sehr klar“, erklär­te Lisa Becker für die Bünd­nis­grü­nen, selbst Rechts­an­wäl­tin und somit vom Fach.

Im Land­rats­amt lie­gen wohl die Ner­ven blank. Anders kann man die­sen gro­ben Pat­zer nicht bewer­ten,” zeig­te sich CDU-Frak­ti­ons­chef Hol­ger Schmitt gelas­sen. Nach der Mei­nung von Schmitt täte auch der Land­rat gut dar­an “schleu­nigst wie­der auf die Sach­ebe­ne” zurück­zu­keh­ren und betont: “Wir waren und sind immer an einer schnel­len Lösung und der Sanie­rung des Ensem­bles inter­es­siert und haben Wege dazu auf­ge­zeigt. Wir wol­len eine Lösung kon­struk­tiv beglei­ten, wenn wir nur die Chan­ce dazu hät­ten.”

CDU und Grü­ne machen aber auch noch ein­mal klar, dass sie kein Bau­recht für Ein­zel­per­so­nen schaf­fen wer­den: Jeder ande­re Haus­be­sit­zer in Blies­kas­tel muss sich an das Bau­recht und den Denk­mal­schutz hal­ten, so auch der Eigen­tü­mer des Kirch­hei­mer Hofes. Auf den Denk­mal­schutz habe die Stadt Blies­kas­tel sowie­so kei­nen Ein­fluss, denn dies sei Auf­ga­be des Lan­des­denk­mal­am­tes. Der Inves­tor betrei­be meh­re­re teils wider­sprüch­li­che Vor­ha­ben rund um den Kirch­hei­mer Hof, mit denen er selbst sei­ne Absicht, das Her­ren­haus bzw. das Ensem­ble erhal­ten zu wol­len, in ein zwei­fel­haf­tes Licht stellt: So kla­ge er vor Gericht gegen das Lan­des­denk­mal­amt, um eine Abriss­ge­neh­mi­gung für das Her­ren­haus zu erhal­ten und ver­fol­ge gleich­zei­tig den Neu­bau eines Wohn- und Geschäfts­hau­ses.

CDU und Grü­ne for­dern den Land­rat daher auf, end­lich “prüf­fä­hi­ge Unter­la­gen” zur Ver­fü­gung zu stel­len, aus denen die geplan­ten Bau­maß­nah­men ein­deu­tig her­vor­ge­hen. Die Beschlüs­se des Stadt­ra­tes dien­ten ein­zig dazu, die Rechts­po­si­ti­on der Stadt zu wah­ren und das zuvor von allen Frak­tio­nen des Stadt­ra­tes beteu­er­te Ziel, das Denk­mal so weit wie mög­lich erhal­ten zu wol­len, tat­säch­lich zu errei­chen. CDU und Grü­ne hof­fen, dass das Ver­steck­spiel um den Erhalt oder Nicht­er­halt des Hofes bald ein Ende hat.

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