Grüne fordern im Hinblick auf Erweiterungspläne des Fashion Outlets Zweibrücken länderübergreifendes Einzelhandelskonzept

Die Zweibrücker Innenstadt kämpft mit Leerständen.
Grüne fordern im Hinblick auf Erweiterungspläne des Fashion Outlets Zweibrücken länderübergreifendes Einzelhandelskonzept

Becker: Erwei­te­rungen auf der Grünen Wiese zu Lasten umlie­gender Innen­städte verhindern

Ange­sichts der Pla­nungen der nie­der­län­di­schen Betrie­ber­ge­sell­schaft “Via Out­lets”, das Fac­tory Outlet Center (FOC) Zwei­brü­cken um rund 40% zu erwei­tern, for­dert die Grünen-Poli­ti­kerin und Erste Bei­geord­nete der Stadt Blies­kastel, Lisa Becker, ein län­der­über­grei­fendes Ein­zel­han­dels­kon­zept ange­sichts der beson­deren Ver­flech­tung in der Region. Meh­rere umlie­gende Kom­munen, so auch Blies­kastel, haben bereits ange­kün­digt, eine nega­tive Stel­lung­nahme im soge­nannten Ziel­ab­wei­chungs­ver­fahren abzu­geben oder gar Klage einzureichen.

Die Erfah­rungen der ver­gan­genen Jahre haben gezeigt, dass Shop­ping-Center auf der grünen Wiese außer­halb der Innen­städte nur zu einem Aus­sterben dieser führen. Bestes Bei­spiel hierfür ist gerade die Zwei­brü­cker Innen­stadt, die mit Leer­ständen zu kämpfen hat. Sämt­liche Bemü­hungen um lebens­werte Stadt­kerne sei­tens der umlie­genden Städte werden durch die Erwei­te­rungs­pläne tor­pe­diert. Es ist rea­li­täts­fern, dass die von der Betrei­ber­ge­sell­schaft ein­ge­rei­cheten Gut­achten keine nen­nens­werten Beein­träch­ti­gungen für den Ein­zel­handel umlie­gender Städte vor­her­sagen – zumal viele Innen­stadt­ge­schäfte bereits durch diverse Groß­an­sied­lungen auf der Grünen Wiese leiden. Auch kleine Beein­träch­ti­gungen können da für Händler bereits das Aus bedeuten. Die gut­ach­ter­liche Betrach­tung beschränkt sich im Übrigen auf die Sege­mente Klei­dung und Schuhe, lässt aber außer Acht, dass Kun­dInnen auch andere Ange­bote des Zwei­brü­cker Out­lets, wie z. B. Essens­an­ge­bote oder den Ein­kauf von Haus­halts­ge­gen­ständen, in Anspruch nehmen”, erläu­tert Lisa Becker die Problematik.

Eine Lösung des Kon­flikts sieht Becker nur in einer län­der­über­grei­fenden Ver­ein­ba­rung. Dass die Bemü­hungen der ein­zelnen Städte um eine Lösung leer­laufen, zeigt sich gerade einmal mehr: so gab es 2003 im Zusam­men­hang mit der dama­ligen Klage zur 1. Outlet-Erwei­te­rung der Stadt Hom­burg eine Eini­gung mit der Stadt Zwei­brü­cken, die vorsah, dass es keine zusätz­liche Erwei­te­rung des FOC geben wird. Hiervon will man nun offenbar nichts mehr wissen.

Der sich abzeich­nende Kon­flikt zwi­schen den Inter­essen der Stadt Zwei­brü­cken sowie den saar­län­di­schen Kom­munen, sollte durch ein län­der­über­grei­fendes Ein­zel­han­dels­kon­zept gelöst werden. In Form eines Staats­ver­trages könnte darin eine per­spek­ti­vi­sche Pla­nung zur Ent­wick­lung des Ein­zel­han­dels der gesamten Region Saar­land und Süd-West-Pfalz ange­sichts der beson­deren Ver­flech­tung fest­ge­schrieben und somit mög­liche Kon­flikte der Nach­bar­kom­munen ver­mieden werden. Weder der Lan­des­ent­wick­lungs­plan, noch der Regio­nal­plan West­pfalz dürfen ein­fach so an der Lan­des­grenze enden. Die Ent­wick­lung des Ein­zel­han­dels in unserem Bal­lungs­ge­biet gilt es zusammen zu betrachten und zu ent­wi­ckeln, ein Kirch­turm­denken ein­zelner Kom­munen mit Shop­ping-Cen­tern auf der Grünen Wiese ist weder innen­stadt­ver­träg­lich noch zeit­gemäß”, so Becker abschließend.

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