Grüne Blieskastel enttäuscht über Untersagung des Windparks in Böckweiler

Das Lan­des­amt für Umwelt- und Arbeits­schutz (LUA) hat den Antrag der Bür­gerern­er­gie­ge­nos­sen­schaft Blies­gau zum Bau zwei­er Wind­kraft­an­la­gen in Böck­wei­ler abge­lehnt. Begrün­det wird die Ableh­nung vom LUA mit dem Arten­schutz und der Nähe zum Zwei­brü­cker Flug­ha­fen. Bei den Blies­kas­te­ler Grü­nen trifft die­se Unter­sa­gung auf gro­ßes Unver­ständ­nis:

Wir kön­nen die Ableh­nung des Antrags von­sei­ten des Lan­des nicht nach­voll­zie­hen, die Flä­che ist Teil des städ­ti­schen Flä­chen­nut­zungs­pla­nes Wind”, so Lukas Paltz, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Grü­nen im Blies­kas­te­ler Stadt­rat.
Nach Anga­ben der Grü­nen wur­de die­ser Plan in einem mehr­stu­fi­gen Ver­fah­ren erstellt und bereits meh­re­ren Prü­fun­gen unter­zo­gen. Paltz ver­weist außer­dem auf den ambi­tio­nier­ten ‚Mas­ter­plan 100 % Kli­ma­schutz‘, mit dem sich die Stadt Blies­kas­tel ver­pflich­tet hat, ihre Treib­haus­gas­emis­sio­nen um 95 Pro­zent gegen­über 1990 und den End­ener­gie­ver­brauch um 50 Pro­zent zu sen­ken.
“Wenn wir es wirk­lich ernst mei­nen mit dem Kli­ma­schutz, kom­men wir an einem Aus­bau der Wind­an­la­gen auf dem Land nicht vor­bei. Nur mit einem rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­mix, sowie Strom­ein­spa­run­gen kann uns der Aus­stieg aus fos­si­len Brenn­stof­fen gelin­gen. Das heisst kon­kret auch für die Bio­sphä­re Blies­gau: ohne Wind­kraft geht es nicht“, so der Grü­nen­po­li­ti­ker wei­ter.

Der Aus­bau der Wind­kraft sta­gniert in der Bun­des­re­pu­blik zur Zeit erheb­lich. In der ers­ten Hälf­te des Jah­res 2019 sind in ganz Deutsch­land gera­de ein­mal 86 Wind­kraft­an­lan­gen mit einer Leis­tung von 0,3 Giga­watt errich­tet wor­den. „Wir wer­den und wol­len den Blies­gau nicht mit Wind­rä­dern zupflas­tern, aber das Mach­ba­re muss umge­setzt wer­den. Der Kli­ma­schutz steht dem Arten­schutz der Vögel und Wild­tie­re nicht im Weg, das Gegen­teil ist der Fall: Wenn wir die Kli­ma­zie­le nicht errei­chen, führt dies zu einem Mas­sen­ar­ten­ster­ben mit dra­ma­ti­schen Kon­se­quen­zen. In Deutsch­land ster­ben Unter­su­chun­gen zufol­ge jähr­lich cir­ca 18 Mil­lio­nen Vögel durch Glas­schei­ben und Häu­ser­fas­sa­den, zehn Mil­lio­nen durch den Stra­ßen­ver­kehr und zwei Mil­lio­nen durch Strom­lei­tun­gen. Der Bun­des­ver­band des Natur­schutz­bun­des Deutsch­lands setzt sich aus die­sen Grün­den – wie alle gro­ßen Umwelt­ver­bän­de – für einen mas­si­ven Aus­bau der Wind­kraft ein, auch wenn sich ört­li­che Grup­pen oft dage­gen weh­ren“, erklärt Paltz wei­ter.

Als beson­ders ärger­lich bewer­ten die Grü­nen, dass mit die­ser Ableh­nung ein Vor­ha­ben der Bür­ger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaft Blies­gau unter­sagt wur­de, die sich für eine nach­hal­ti­ge, umwelt- und kli­ma­freund­li­che und demo­kra­ti­sche Ener­gie­ver­sor­gung ein­set­zen will. Die Bür­ger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaft möch­te dabei den Aus­bau von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en selbst in die Hand neh­men, dabei die Bür­ger vor Ort direkt betei­li­gen und so den Ver­bleib der Erträ­ge und der Wert­schöp­fung in der Regi­on sicher­stel­len. „Sehr betrof­fen macht uns, dass damit eine Art Vor­zei­ge­pro­jekt im Bereich der Ener­gie­ge­win­nung erschwert bis unmög­lich gemacht wird. Wir wer­den uns als Grü­nen­frak­ti­on wei­ter­hin für den Aus­bau der rege­ne­ra­ti­ven Ener­gi­en im Stadt­ge­biet ein­set­zen”, erklärt Paltz abschlie­ßend.

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