Erhalt der Poli­zei in Blies­kas­tel hat Prio­ri­tät

Kom­mu­ne kann Finan­zie­rung nicht leis­ten – Innen­mi­nis­te­ri­um in der Pflicht

Die Mehr­heits­frak­tio­nen von SPD und Grü­nen im Blies­kas­te­ler Stadt­rat erhö­hen den Druck auf den saar­län­di­schen Inn­nen­mi­nis­ter Klaus Bouil­lon und ver­lan­gen, dass sich die­ser bei der Frage um den Stand­ort der Poli­zei in Blies­kas­tel nicht sei­ner Ver­ant­wor­tung ent­zie­hen kann.

Gera­de in der der­zei­ti­gen Situa­ti­on zeige sich, wie wich­tig eine durch­ge­hen­de Prä­senz der Voll­zugs­po­li­zei sei. Das Innen­mi­nis­te­ri­um als ori­gi­när zustän­di­ge Behör­de muss für den Umbau des poten­ti­el­len Gebäu­des als Poli­zei­re­vier auf­kom­men. Nicht die Kom­mu­ne, son­dern das Land ist nach Auf­fas­sung bei­der Frak­tio­nen für die Infra­struk­tur der Poli­zei ver­ant­wort­lich.

Wir set­zen uns wei­ter­hin mit Nach­druck für den Erhalt der Poli­zei in Blies­kas­tel ein. Aber wir sehen hier ein­deu­tig die Lan­des­re­gie­rung und das CDU-geführ­te Innen­mi­nis­te­ri­um in der Pflicht, den not­wen­di­gen Gebäu­de­um­bau und die benö­tig­te Aus­stat­tung zu finan­zie­ren. Innen­mi­nis­ter Bouil­lon möch­te sich hier sei­ner gesetz­li­chen Ver­ant­wor­tung ent­zie­hen und die Auf­ga­be des Lan­des auf die Stadt abwäl­zen“,

bekräf­tigt Lukas Paltz, der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Grü­nen im Stadt­rat, die Kri­tik am Innen­mi­nis­ter.

 
Nacht­prä­senz wei­ter­hin nicht gege­ben – offe­ne Fra­gen blei­ben

Außer­dem wird von SPD und Grü­nen bemän­gelt, dass durch einen mög­li­chen Umzug in die Innen­stadt der Poli­zei die Frage nach der feh­len­den Nacht­prä­senz in Blies­kas­tel und Umge­bung nicht geklärt sei und das Innen­mi­nis­te­ri­um dafür noch keine zufrie­den­stel­len­de Lösung prä­sen­tiert habe.

Des Wei­te­ren bestün­den offe­ne Fra­gen, was die Raum­kon­zep­ti­on und den Denk­mal­schutz bezüg­lich eines Umzugs der Poli­zei in das ehe­ma­li­ge Amts­ge­richt (heute Rat­haus III) betrifft.

Die Pla­nun­gen für den Umzug ins Rat­haus III sind längst nicht abge­schlos­sen, es gibt noch viele offe­ne Fra­gen. Als pro­ble­ma­tisch erach­ten wir den not­wen­di­gen Aus­bau des Dachs, den Bau meh­re­rer Gara­gen im Innen­hof sowie den Ein­bau kugel­si­che­rer Fens­ter. All diese Maß­nah­men sol­len laut nach Wil­len des Innen­mi­nis­te­ri­ums größ­ten­teils von der Stadt finan­ziert wer­den. Die Ört­lich­keit des Poli­zei­re­viers ver­bes­sert das Sicher­heits­ge­fühl der Men­schen nur sub­jek­tiv, objek­tiv ändert dies an der Situa­ti­on jedoch nichts. Von tat­säch­li­cher Bedeu­tung ist, ob die Poli­zei im Ernst­fall zuver­läs­sig und zeit­nah am ver­meint­li­chen Tat­ort ein­tref­fen kann. Dazu bedarf es aber eines kon­kre­ten Kon­zep­tes für eine effek­ti­ve nächt­li­che Poli­zei­prä­senz im Blies­gau“,

fasst die Erste Bei­geord­ne­te der Stadt Blies­kas­tel, Lisa Becker, die Situa­ti­on zusam­men.

 
CDU setzt fal­sche Behaup­tun­gen in die Welt – Ablen­ken von lan­des­po­li­ti­scher Ver­feh­lung

Die CDU-Stadt­rats­frak­ti­on hat in ihrer Pres­se­mit­tei­lung nach Anga­ben von SPD und Grü­nen fal­sche Infor­ma­tio­nen ver­brei­tet. Der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der CDU, Ste­phan Noll, spricht in einer Pres­se­mit­tei­lung von „frü­he­ren Pla­nun­gen, die unter­schrifts­reif vor­an­ge­trie­ben waren“ bezüg­lich des Umzugs der Poli­zei. Diese Behaup­tung wird jedoch von SPD und Grüne ent­schie­den zurück­ge­wie­sen.

Die Pla­nun­gen waren mit­nich­ten unter­schrifts­reif. ‚Vor­ei­lig und kon­tra­pro­duk­tiv‘ war, dass die ehe­ma­li­ge Bür­ger­meis­te­rin als Wahl­kampf­ma­nö­ver über einen ver­meint­lich fest­ste­hen­den Umzug der Poli­zei ins Rat­haus III berich­tet hat, ohne sich mit der Pla­nung und dem Kon­zept näher beschäf­tigt zu haben. Es stellt sich auch die Frage, ob sich unser Stadt­rats­kol­le­ge Ste­fan Noll nicht in einem Inter­es­sen­kon­flikt befin­det, da er als lei­ten­der Poli­zei­be­am­ter die ver­fehl­te Innen­po­li­tik sei­nes Dienst­her­ren in der Kom­mu­ne recht­fer­ti­gen soll. Die Inter­es­sen der in Blies­kas­tel leben­den Men­schen spie­len dabei anschei­nend nur eine unter­ge­ord­ne­te Rolle. Die CDU-Stadt­rats­frak­ti­on möch­te von den lan­des­po­li­ti­schen Fehl­leis­tun­gen ihres Innen­mi­nis­ters ablen­ken“,

kri­ti­siert der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD, Guido Frei­din­ger, das Ver­hal­ten der Oppo­si­ti­on abschlie­ßend.

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