Antrag: Blieskastel zur foodsharing Stadt machen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

im Namen der Frak­tionen von SPD und Bündnis90/​Die Grünen bitte wir, den nach­ste­henden Antrag „Moti­va­ti­ons­er­klä­rung food­s­haring Städte“ zum Gegen­stand des nächsten Aus­schusses für Bür­ger­dienste und der nächsten Stadt­rats­sit­zung zu machen.

Blieskastel zur foodsharing Stadt machen – Unterzeichnung der Motivationserklärung foodsharing Städte

Sach­ver­halt:
In Blies­kastel hat sich bereits eine sehr enga­gierte food­s­haring Gruppe eta­bliert. Durch die Unter­zeich­nung der „Moti­va­ti­ons­er­klä­rung food­s­haring Städte“ und deren posi­tive Beglei­tung durch den Stadtrat und die Ver­wal­tung würde Blies­kastel eine der ersten food­s­haring Städte im Saar­land. Hier­durch könnte diese unter­stüt­zens­werte Initia­tive in der Öffent­lich­keit auf­ge­wertet und deren Arbeit gewür­digt werden, was der Initia­tive im Gegenzug einen erheb­li­chen Zuwachs und Image­ge­winn bescheren könnte. Im Gegenzug würde auch die Stadt Blies­kastel als Bio­sphä­ren­stadt ihrer Vor­bild­funk­tion gerecht, indem sie sich für die Ver­mei­dung von Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung einsetzt.

Beschluss­vor­schlag:
Der Stadtrat unter­stützt die Initia­tive food­s­haring und deren lokal gebil­dete Netz­werk von Men­schen mit Pra­xis­er­fah­rung im Bereich Lebens­mit­tel­ret­tung und Fair­tei­lung. Als Bio­sphä­ren­stadt begrüßen wir diese Initia­tive ganz beson­ders als wei­tere Maß­nahme zur Ein­hal­tung der Kli­ma­ziele. Der Stadtrat spricht sich für die Unter­zeich­nung der „Moti­va­ti­ons­er­klä­rung food­s­haring Städte“ durch die Stadt­ver­wal­tung aus und zeigt hier­durch Wert­schät­zung für das geleis­tete zivil­ge­sell­schaft­liche Enga­ge­ment in unserer Stadt.

Begrün­dung:
Food­s­haring ist eine Initia­tive, die sich gegen Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung enga­giert und unge­wollte und über­pro­du­zierte Lebens­mittel aus pri­vaten Haus­halten, sowie von kleinen und großen Betrieben zu „retten“ versucht.
Die Initia­tive food​s​haring​.de ent­stand 2012 in Berlin. Mitt­ler­weile ist sie zu einer inter­na­tio­nalen Bewe­gung mit über 200.000 regis­trierten Nutzern*innen in Deutsch­land, Öster­reich, der Schweiz und wei­teren euro­päi­schen Län­dern herangewachsen.
Die Mit­glieder der food­s­haring-Com­mu­nity arbeiten ehren­amt­lich und unent­gelt­lich. Die Initia­tive food­s­haring ist kos­tenlos, nicht kom­mer­ziell und unabhängig.
Die Idee der Bewe­gung ist, lokale Ver­än­de­rungen her­bei­zu­führen, die zur Sen­si­bi­li­sie­rung und zu einem Umdenken in der Bevöl­ke­rung führen.

Unter dem Motto “Jede*r kann etwas ver­än­dern – jeder kleine Schritt zählt” soll durch das Enga­ge­ment von Bür­ge­rinnen und Bür­gern vor Ort, die sich in ihrem Alltag und vor ihrer Haustür für mehr Lebens­mit­tel­wert­schät­zung ein­setzen, eine Ver­än­de­rung in der Landes- und Bun­des­po­litik, dem Handel, der Pro­duk­tion und der Land­wirt­schaft erreicht werden.
Indem lokale food­s­haring-Gruppen, öffent­liche Hand und andere Akteure zusam­men­ar­beiten werden, lebens­mit­tel­wert­schät­zende Städte in ganz Deutsch­land geschaffen.
Fol­gende Rand­be­din­gungen bzw. Regeln gelten dabei:

  • Klare Regeln gewähr­leisten Hygiene. Ein Hygie­ne­plan und ggf. Kühl­tem­pe­ratur Kon­troll­listen hängen am Fair-Teiler aus. Der Aus­schluss gewisser Lebens­mittel (z. B. sol­cher, deren Ver­brauchs­datum über­schritten wurden) sorgt für gute und sichere Standards.
  • Kein Risiko und keine Haft­bar­keit der Betreiber*innen des Fair-Tei­lers (Pri­vat­per­sonen tau­schen auf eigenes Risiko. Fair-Teiler fallen daher nicht unter das Lebens­mit­tel­recht und müssen keine Richt­li­nien eines Lebens­mit­tel­un­ter­neh­mens einhalten).
  • geringer Auf­wand (es wird nur ein Regal oder Kühl­schrank an einem gut zugäng­li­chen Ort benö­tigt, sowie einige Per­sonen, die sich um die Rei­ni­gung und Instand­hal­tung kümmern).
  • keine Kon­kur­renz zu Tafeln o.ä. (Wenn die Fair-Tei­lung von Lebens­mit­teln Bedürf­tige unter­stützt, ist das natür­lich positiv. Das vor­ran­gige Ziel von Fair-Tei­lern ist es aller­dings, Lebens­mittel vor der Ver­nich­tung zu bewahren. Alle Men­schen haben die Mög­lich­keit, geret­tete Lebens­mittel zu erhalten).

Durch die Unter­zeich­nung der „Moti­va­ti­ons­er­klä­rung food­s­haring Städte“ würde die Bio­sphä­ren­stadt Blies­kastel zur einer der ersten saar­län­di­schen food­s­haring Städte. Hier­durch würde die lokale food­s­haring Gruppe gestärkt und das Thema könnte ver­stärkt lokal beworben und geför­dert werden. Wir ver­spre­chen uns dadurch einen erhöhten Zuspruch und ver­mehrte Unter­stüt­zung für die food­s­haring Initia­tive, der es danach leichter fallen würde für die Lebens­mit­tel­ret­tung zur werben und ggf. zusätz­liche mate­ri­elle Unter­stüt­zung ein­zu­werben (so wird bei­spiels­weise immer mal wieder eine Kühl-/Ge­frier­kom­bi­na­tion zur Zwi­schen­la­ge­rung der geret­teten Lebens­mittel benötigt).
Aber auch auf Seiten der Stadt würden neben dem reinen Image­ge­winn Vor­teile ent­stehen durch ein ver­rin­gertes Müll­auf­kommen bpsw. durch „Feste ohne Reste“ (food­s­haring könnte ein fester Bestand­teil lokaler Fes­ti­vi­täten werden).
Finan­zi­elle Aus­wir­kungen ent­stehen für die Stadt durch die Unter­zeich­nung der Moti­va­ti­ons­er­klä­rung keine. Auch eine juris­ti­sche Haf­tung ent­steht hier­durch nicht.

Wei­tere Begrün­dung erfolgt mündlich.

Wei­tere Infor­ma­tionen unter:
https://​Food​s​haring​-sta​edte​.org
https://​Food​s​haring​.de

gez.

Achim Jesel Lukas Paltz
Frak­ti­ons­vor­sit­zender der SPD

Lukas Paltz
Frak­ti­ons­vor­sit­zender Bündnis 90/​Die Grünen

 

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