Ten­sid­be­las­tung Erbach

Herr Bür­ger­meis­ter 
Bernd Hertz­ler

Sehr geehr­ter Herr Bür­ger­meis­ter,

die Stadt­rats­frak­ti­on von Bünd­nis 90 / Die Grü­nen bean­tragt, fol­gen­de Anfra­ge auf die Tages­ord­nung der nächs­ten Sit­zung des Aus­schus­ses für Umwelt, Pla­nen und Bauen auf­zu­neh­men: 


Anfra­ge: Schaum auf dem Erbach und des­sen öko­lo­gi­sche Aus­wir­kun­gen auf die Blies

• Wie hoch ist die Kon­zen­tra­ti­on von Ten­si­den im Was­ser und in den Fisch­vor­kom­men der Blies?

• Hat die hohe Kon­zen­tra­ti­on von Ten­si­den des Erbachs Aus­wir­kung auf die Was­ser­qua­li­tät der Blies?

• In wel­chen zeit­li­chen Abstän­den wird die Was­ser­qua­li­tät der Blies im Bereich Blies­kas­tel geprüft?

• Wel­che Stof­fe wer­den in der Blies und im Aus­lauf der Klär­an­la­ge Hom­burg unter­sucht?

• Liegt zur Was­ser­qua­li­tät der Blies eine Anfra­ge der Fische­rei­ge­nos­sen­schaft Blies bei der Stadt­ver­wal­tung vor?

• Wann hat der letz­te Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zum Gewäs­ser­zu­stand von Blies und Neben­ge­wäs­sern zwi­schen der Stadt­ver­wal­tung und dem Lan­des­amt für Umwelt- und Arbeits­schutz statt­ge­fun­den? Mit wel­chem Ergeb­nis?

• Gibt es in Blies­kas­tel ansäs­si­ge Unter­neh­men, die Abwas­ser direkt in die Blies lei­ten? Wenn ja, wel­che Stof­fe wer­den dabei in die Blies abge­lei­tet?

• Gibt es in Blies­kas­tel ansäs­si­ge Unter­neh­men, die pro­ble­ma­ti­sche Schad­stof­fe in das Kanal­netz von Stadt und EVS zur Klär­an­la­ge Blies­dal­heim ein­lei­ten?

Begrün­dung:

Wie bereits mehr­fach der regio­na­len Pres­se zu ent­neh­men war, wird seit Jah­ren auf dem Erbach in Hom­burg unter­halb der Klär­an­la­ge immer wie­der inten­si­ve Schaum­bil­dung fest­ge­stellt. Für diese Schaum­bil­dung ist nach Anga­ben der zustän­di­gen Behör­den eine hohe Kon­zen­tra­ti­on an Ten­si­den im Ablauf der Klär­an­la­ge Hom­burg ver­ant­wort­lich. Nach Anga­ben des saar­län­di­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­ums ist der öko­lo­gi­sche Zustand des Erbachs, der in die Blies mün­det, grund­sätz­lich schlecht (Klas­se 5). Auf Anti­bio­ti­ka und anti­bio­ti­ka­re­sis­ten­te Bak­te­ri­en sind bei die­sen Pro­ben vom Umwelt­mi­nis­te­ri­um jedoch nicht über­prüft wor­den.

Die Frak­ti­on Bündnis90/Die Grü­nen möch­te daher wis­sen, wie es um die Gewäs­ser­qua­li­tät der Blies steht, ob hier regel­mä­ßi­ge Über­prü­fun­gen statt­fin­den und ob sei­tens der hier ansäs­si­gen Unter­neh­men Abwas­ser in die Blies ein­ge­lei­tet wer­den.

Für den Ein­satz von Ten­si­den in gewerb­li­chen Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen gibt es gesetz­li­che Auf­la­gen zur Über­wa­chung. Für eini­ge schwer abbau­ba­re Ten­si­de gibt es Anwen­dungs­be­schrän­kun­gen und Höchst­wer­te in Fischen. Eine Ein­lei­tungs­be­schrän­kung in das Kanal­netz ist nach der Abwas­ser­sat­zung der Stadt Blies­kas­tel – wie auch übri­gens in Hom­burg – aus Grün­den des Gewäs­ser­schut­zes grund­sätz­lich mög­lich. Eben­so kann in den Auf­la­gen eine Vor­be­hand­lung der Abwäs­ser vor der Ein­lei­tung in den städ­ti­schen Kanal und zum Schutz der Klär­an­la­ge vor einer Über­las­tung fest­ge­schrie­ben wer­den.

Wegen Dau­er­be­las­tung von Erbach und Blies durch die über­las­te­te Klär­an­la­ge Hom­burg kann es zu Schä­di­gun­gen von Was­ser­le­be­we­sen wie Fischen durch beson­ders pro­ble­ma­ti­sche Stof­fe wie Ten­si­de kom­men. Des­halb gibt es in der Ober­flä­chen­ge­wäs­ser­ver­ord­nung (OGewV) für Ten­si­de aus der Grup­pe der Fluor­car­bon­säu­ren (PFC) und für Nonyl- und Octyl­phe­no­le Grenz­wer­te. Die OGewV ist die Umset­zung Euro­päi­scher Richt­li­ni­en in deut­sches Was­ser­recht.

 

Lukas Paltz
 
gez. Lukas Paltz, 
Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Bünd­nis 90/Die Grü­nen

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