Auch in der drauffolgenden Periode gingen die Grünen mit der SPD und der Freien Wählergemeinschaft (FWG) eine Kooperation ein. Bei manchen Kernthemen, wie Ausbau der regenerativen Energien (Windräder), konnten sie keine Mehrheit generieren. In anderen Bereichen ziehen sie ein sehr positives Fazit: Das P-Werk als selbstverwaltetes Jugendzentrum wurde auf Drängen der Grünenfraktion schließlich im Jahr 1996 realisiert.
Ein wichtiges Anliegen war den Grünen auch immer die Erinnerungskultur. Damit zukünftige Generationen auf eine fundierte Dokumentation zu den Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus in unserer Stadt zurückgreifen können, wurde auf Initiative von Stadtratsmitglied Martin Dauber eine befristete Stelle eingerichtet. So wurden Zeitzeugen befragt und die Archive durchgeforstet. Dieses Engagement resultiert aus der Überzeugung heraus, dass Gesellschaften aus ihren Fehlern lernen können.
Auch zur städtischen Finanzpolitik haben die Grünen eine kritische Position vertreten. Leider konnten die Grünen ihre damaligen Kooperationspartner SPD und FWG hiervon nicht überzeugen. Egal ob beim Freizeitzentrum oder bei der Feuerwehr, sämtliche Sparvorschläge des Kämmereiamtes wurden von der Ratsmehrheit nicht angenommen. Die Grünen unterstützten die Vorschläge der Verwaltung Zusammenlegung bestimmter Feuerwehrlöschbezirke, wie z. B. Webenheim und Mimbach oder Ballweiler, Aßweiler und Biesingen oder Altheim, Pinningen und den damals noch existenten Löschbezirk Böckweiler. Innerhalb der Kooperation kam es, aufgrund der Sparvorschläge und der vom damaligen Kämmerer aufgezeigten Schuldenfalle, zu intensiven und auch zum Teil harten Diskussionen – leider ohne Ergebnis. Auf Drängen der Grünen beschloss der Stadtrat für die über 1.800 Hektar Stadtwald ein Naturwaldkonzept. Bis dahin hatte der städtische Forst mit einem unökologischen Altersklassenwald einen jährlichen Verlust von über 600.000 DM erwirtschaftet. Der sich ab dann entwickelnde Naturwald bietet inzwischen Tieren und Pflanzen mehr Lebensräume und schreibt bis heute schwarze Zahlen.
40 Jahre Grüne Blieskastel